Meran im Juni – Gärten, Bergpässe und Reisen mit Reizdarm
- Unterwegs.Lieblingssachen

- vor 5 Tagen
- 5 Min. Lesezeit
Vom 19. bis 22. Juni verbrachten wir drei Nächte in Dorf Tirol bei Meran. Wir freuten uns auf sonnige Tage, Südtiroler Gassen und eine kleine Auszeit zwischen Bergen und mediterranem Flair.
Die Reise hatte viele wunderschöne Momente – vom leuchtend blauen Reschensee bis zu den beeindruckenden Gärten von Schloss Trauttmansdorff. Gleichzeitig verlief nicht alles so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Besonders im Hotel und beim Essen mit Unverträglichkeiten brauchte es einiges an Geduld.
Anreise über den Reschenpass: Der Weg war bereits ein Höhepunkt
Wir fuhren mit dem Auto von Schaffhausen über den Reschenpass nach Meran. Schon die Anreise war ein Erlebnis. Besonders beeindruckt hat uns das klare, intensive Blau des Reschensees. Die Berglandschaft und das Wasser sorgten dafür, dass sich bereits die Fahrt wie ein Teil des Urlaubs anfühlte.

Mit dem eigenen Auto waren wir auch vor Ort flexibel. Das war für unsere Ausflüge in Meran und der Umgebung sehr praktisch.
Unsere Unterkunft in Dorf Tirol: ein schwieriger Start
Wir übernachteten mit Halbpension im First Class Panorama Vital Hotel Rimmele in Dorf Tirol. Auf den Bildern hatte das Hotel einen sehr schönen Eindruck gemacht. Vor Ort begann unser Aufenthalt jedoch etwas holprig.
Unser erstes Zimmer roch durch die Teppiche muffig. Ausserdem zog immer wieder Zigarettenrauch von den Nachbarn zu uns herüber, sodass wir uns dort nicht wohlfühlten. Da zunächst kein anderes Zimmer frei war, mussten wir eine Nacht darin verbringen. Am nächsten Tag konnten wir das Zimmer wechseln, wodurch unser Aufenthalt deutlich angenehmer wurde.

Die Lage in Dorf Tirol war für unsere Unternehmungen sehr praktisch. Bei den hohen Temperaturen wurde auch der Hotelpool zu einem wichtigen Teil unserer Tagesplanung.
Meran und Dorf Tirol: kleine Gassen und eine besondere Sesselliftfahrt
Meran selbst lässt sich wunderbar zu Fuss entdecken. Besonders gefallen haben uns die kleinen, verwinkelten Gassen und die familiengeführten Südtiroler Geschäfte. Es lohnt sich, nicht nur den grossen Einkaufsstrassen zu folgen, sondern auch einmal in die ruhigeren Seitenstrassen abzubiegen.

Ein besonderes Erlebnis war die Fahrt mit dem Panoramasessellift zwischen Dorf Tirol und Meran. Wir fuhren damit hinunter in die Stadt und später wieder hinauf. Die offene Fahrt bot schöne Ausblicke auf Meran und die umliegende Landschaft und war zugleich eine entspannte Alternative zum Auto.

Die Märkte in Meran: anders als erwartet
Von den Märkten in Meran hatten wir uns deutlich mehr versprochen. Wir besuchten drei verschiedene Märkte, doch sie waren alle eher klein. Ich hatte einen grossen Bauernmarkt mit vielen typischen Südtiroler und italienischen Spezialitäten erwartet.
Stattdessen war die Auswahl für meinen Geschmack sehr überschaubar. Es gab einen Wochenmarkt, einen Flohmarkt und einen einfachen kleinen Bauernmarkt. Das fand ich besonders schade, weil ich gerade solche regionalen Märkte aus Italien ganz anders kenne. Wer Meran gezielt wegen eines Marktes besucht, sollte sich deshalb vorher genau informieren, welcher Markt am gewünschten Tag stattfindet und welches Angebot dort zu erwarten ist.
Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff: unser schönster Ausflug
Mein persönlicher Höhepunkt waren die Gärten von Schloss Trauttmansdorff. Die weitläufige Anlage mit ihren unterschiedlichen Gartenwelten, Pflanzen und Aussichtspunkten hat mich vom ersten Moment an beeindruckt.

Besonders schön fand ich den grossen Teich in der Mitte und die vielen Sitzbänke, auf denen wir immer wieder eine Pause einlegen konnten. Bei jedem weiteren Wegabschnitt entdeckten wir neue Pflanzen, Farben und völlig unterschiedliche Landschaften. Gerade bei Temperaturen von über 30 Grad waren die ruhigen Sitzmöglichkeiten zwischendurch sehr angenehm.
Farbenfrohe Pflanzenwelten zwischen Palmen Ein schattiger Weg durch die Gärten
Für einen Besuch sollte man genügend Zeit einplanen. Die Gärten sind kein Ort, den man schnell abhaken sollte. Bequeme Schuhe, Sonnenschutz und ausreichend Wasser gehören deshalb unbedingt ins Gepäck.
Braugarten Forst: für mich leider ohne passende Auswahl
Ein weiterer Ausflug führte uns zum Braugarten Forst in Algund. Für mich persönlich blieb der Besuch jedoch etwas enttäuschend, da ich aufgrund meiner Unverträglichkeiten nichts Passendes zum Essen fand. Der Braugarten war für mich deshalb eher ein kurzer Zwischenstopp als ein kulinarischer Höhepunkt.
Allgemein erlebten wir bei den Preisen deutliche Unterschiede. Während uns vieles in Meran selbst eher teuer vorkam, empfanden wir die Preise in Dorf Tirol und anderen kleineren Orten als deutlich angenehmer und ungefähr mit Deutschland vergleichbar.
Meran im Juni: heiss und am besten mit Pausen
Während unseres Aufenthalts lagen die Temperaturen teilweise bei über 30 Grad. Deshalb waren wir meistens vom Morgen bis etwa mittags unterwegs. Anschliessend kühlten wir uns im Hotelpool ab, bevor wir am Nachmittag noch ein Eis essen gingen.
Dieser Tagesrhythmus hat für uns sehr gut funktioniert. Wer Meran im Sommer besucht, sollte die Hitze nicht unterschätzen: früh starten, genügend trinken und während der heissesten Stunden eine Pause einplanen. So bleiben auch längere Ausflüge deutlich angenehmer.
Reisen mit Reizdarm sowie gluten- und laktosefreiem Essen
Das Essen war auf dieser Reise ein schwieriges Thema. Am ersten Abend erklärte ich im Hotel meine Unverträglichkeiten. Trotzdem klappte die Abstimmung zunächst nicht, und in der folgenden Nacht ging es mir sehr schlecht.
Am nächsten Morgen hatte ich fast vollständig gefrühstückt, bevor mir gluten- und laktosefreie Produkte gebracht wurden. Leider hatte mir vorher niemand gesagt, dass etwas Spezielles für mich vorbereitet worden war. Mit einer kurzen Information hätte sich diese Situation leicht vermeiden lassen.
Bei einem besonderen Abendessen erhielt ich einmal das falsche Gericht, bemerkte den Unterschied in diesem Moment jedoch nicht. Abgesehen davon bemühte sich das Hotel im weiteren Verlauf, auf meine Bedürfnisse einzugehen. Die Erfahrung zeigte mir trotzdem wieder, wie wichtig eine klare und wiederholte Kommunikation ist – selbst dann, wenn die Unverträglichkeiten bereits angegeben wurden.
Ausserhalb des Hotels ass ich nur einen Eisbecher. Ansonsten hatte ich die Snacks dabei, die ich vom Hotel bekommen hatte. Das gab mir unterwegs mehr Sicherheit und ersparte mir die ständige Suche nach geeigneten Angeboten.
Rückfahrt über den Flüelapass: ein landschaftlicher Höhepunkt
Auch die Rückfahrt wurde zu einem besonderen Teil unserer Reise. Unser Weg führte uns durch die Schweiz über den Flüelapass, vorbei an Davos und durch eine beeindruckende Berglandschaft.

Unterwegs begleiteten uns hohe Gipfel, grüne Täler und immer wieder kleine Wasserfälle. Die abwechslungsreiche Strecke war für uns ein wunderschöner und stimmungsvoller Abschluss dieser kurzen Reise nach Südtirol.
Praktische Tipps für Meran und Dorf Tirol
Im Sommer möglichst früh zu Ausflügen starten und während der Mittagshitzeeine Pause einlegen.
Immer ausreichend Wasser, Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung mitnehmen.
Rund um Meran und Dorf Tirol gibt es viele Möglichkeiten zum Wandern und Fahrradfahren.
Für die Gärten von Schloss Trauttmansdorff mehrere Stunden und bequeme Schuhe einplanen.
Auch die kleinen, verwinkelten Gassen und familiengeführten Geschäfte abseits der Hauptwege besuchen.
Vor einem Marktbesuch prüfen, welcher Markt stattfindet und welches Angebot dort zu erwarten ist.
Bei Unverträglichkeiten vor der Reise schriftlich nachfragen und vor jeder Mahlzeit nochmals bestätigen lassen, was geeignet ist.
Eigene sichere Snacks mitnehmen, damit unterwegs kein unnötiger Druck entsteht.
Mein Fazit zu Meran
Meran und seine Umgebung haben uns landschaftlich sehr gefallen. Der Reschensee, die Gärten von Schloss Trauttmansdorff und die Rückfahrt über den Flüelapass gehören zu den schönsten Erinnerungen dieser Reise.
Gleichzeitig war unser Aufenthalt nicht durchgehend unbeschwert. Das erste Hotelzimmer, die enttäuschenden Märkte und die anfänglichen Schwierigkeiten beim Essen zeigten erneut, wie sehr kleine organisatorische Dinge eine Reise beeinflussen können – besonders mit Reizdarm und Unverträglichkeiten.
Trotzdem bleibt Meran für uns ein vielseitiges Reiseziel zwischen Bergen, mediterranen Pflanzen, kleinen Gassen und erholsamen Momenten. Mit einer guten Tagesplanung, ausreichend Pausen und klarer Kommunikation beim Essen lässt sich die Region auch im heissen Juni entspannt entdecken.


Kommentare